Psychische Gefährdungsbeurteilung - Last oder Lust?

Seit September 2013 sind mit der Novellierung der Arbeitsschutzgesetzes (ArbSchG) nach §§5 und 6 alle Unternehmen mit mindestens einem abhängig Beschäftigten verpflichtet, eine Einschätzung der psychischen Gefährdung vorzunehmen und zu dokumentieren. Das ist weitestgehend unbekannt.

Alle Stressquellen und Risiken an jedem Arbeitsplatz sind zu ermitteln und zu beurteilen. Tragfähige Gegen-Maßnahmen sind zu entwickeln, zu dokumentieren, durchzuführen und auf die Wirksamkeit zu überprüfen. Insbesondere auch bei sich ändernden Gegebenheiten sind diese fortzuschreiben.

Wir sehen diese Gesetzesänderung als deutliche Chance für jedes Unternehmen, die psychische Gefährdung ins Visier zu nehmen, um nachhaltig mehr Mitarbeitende ans Unternehmen zu binden und deren Leistungsfähigkeit zu halten oder zu steigern. So wird das Thema aus unternehmerischer Sicht zu einem „LUST-Thema“. Rechnen Sie selbst nach:

Nehmen wir ein Beispiel. Sie beschäftigen 20 Mitarbeitende, ein Mitarbeitender erhält ein Jahresgehalt von brutto 40 000 EUR:

Wir könnten die Rechnung weiterführen. Gerne führen wir eine solche Rechnung auch mit Ihnen für Ihr Unternehmen durch.

Ein Fokus auf die Stärken der Mitarbeitenden ist die zentrale Chance, die in der psychischen Gefährdungsbeurteilung liegt. Gleichzeitig reduzieren Sie die operationellen Risiken in Ihrem Unternehmen.

Nutzen Sie unser Expertenwissen – so können Sie sich mit den Themen beschäftigen, mit denen Sie Ihr Business erfolgreich gestalten. Sie kommen schneller zum Ziel, nutzen eine strukturierte und zeitsparende Vorgehensweise und erhalten ein maßgeschneidertes Konzept mit einem Maßnahmenpaket, das wirkt. Profitieren Sie dabei auch von unseren „Blick über den Tellerrand“.

Zusätzlich steigern Sie Ihre Attraktivität als Arbeitgeber (der Gesetze einhält, eine positive öffentliche Meinung genießt – auch in KUNUNU, der Fürsorgepflicht nachkommt und die Mitarbeitenden in wichtige Prozesse einbezieht).

Konsequenzen bei Nichtdurchführung

Erkrankt ein Mitarbeitender (z.B. an Burnout/Depression) und kann der Arbeitgeber die Psychische Gefährdungsbeurteilung nicht nachweisen, kann die Geschäftsführung in die Haftung genommen werden. Bei Nichtdurchführung der Psychischen Gefährdungsbeurteilung kommt es zu einer Ordnungswidrigkeit und unter bestimmten Voraussetzungen sogar zu einer Straftat (ArbSchG § 25 und § 26). Der Nachweis wird ab 2015 gefordert.
Zitat von Professor Dr. Ingo Striepling, Professor an der Hochschule Regensburg, Wirtschaftsprivatrecht mit Schwerpunkt Arbeitsrecht:
Führen Unternehmen die Psychische Gefährdungsbeurteilung nicht durch, drohen ihnen erhebliche Konsequenzen. So können Arbeitnehmer im Falle fehlender oder fehlerhafter Gefährdungsbeurteilungen, sofern es zu Beeinträchtigungen kommt, Schadensersatz geltend machen. Auch Leistungsträger wie z.B. die gesetzliche Unfallversicherung, Berufsgenossenschaft nehmen den Arbeitgeber in Regress. Bei Arbeitsgerichtsprozessen führen Nachlässigkeiten zu gravierenden Nachteilen. Eine krankheitsbedingte Kündigung ohne ein nachweisbares Bemühen des Arbeitgebers um die körperliche und geistige Gesundheit seiner Mitarbeiter ist mittlerweile nahezu ausgeschlossen. Daher muss jedem Arbeitgeber sowohl im eigenen Interesse als auch aus Erwägungen des Arbeitnehmerschutzes daran gelegen sein, neben den physischen auch ein Augenmerk auf die psychischen Belastungsfaktoren zu richten."

Was ist eine psychische Belastung?

Der Ausschuss für Arbeitsmedizin im Bundesministerium für Arbeit und Soziales hat eine Definition und entsprechende Empfehlungen erarbeitet und in der Broschüre „Psychische Gesundheit im Betrieb, Stand Dezember 2013“ veröffentlicht.
So definiert der Ausschuss als psychische Belastung „die Gesamtheit aller erfassbaren Einflüsse, die von außen auf den Menschen zukommen und psychisch auf ihn einwirken“ definiert. „Arbeitsbedingte psychische Belastungen sind die sich aus dem Arbeitsinhalt, der Arbeitsorganisation und der Arbeitsumgebung ergebenden kognitiven, emotionalen und verhaltensmäßigen Anforderungen... Belastungen führen zu Beanspruchungen des Mitarbeiters.“ (Leitfaden für Betriebsärzte zu psychischen Belastungen und den Folgen in der Arbeitswelt, DGUV 2010).
Ferner definiert der Ausschuss für Arbeitsmedizin in seiner Veröffentlichung „Psychische Gesundheit im Betrieb, Stand Dezember 2013“: „Arbeitsbedingte psychische Beanspruchung wird verstanden als „die Gesamtheit emotionaler, kognitiver, verhaltensmäßiger und zentralnervös vermittelter physiologischer Reaktionen auf Aspekte des Arbeitsinhalts, der Arbeitsorganisation und der Arbeitsumgebung.“ „Die psychische Fehlbeanspruchung bezeichnet Belastungsreaktionen, welche die Gesundheit kurz- oder langfristig signifikant beeinträchtigen.“ (Leitfaden für Betriebsärzte zu psychischen Belastungen und den Folgen in der Arbeitswelt, DGUV 2010).“
Außerdem hat sich der Ausschuss für Arbeitsmedizin mit den Schwierigkeiten der Beurteilung von psychischen Belastungen beschäftigt: „Eine Beurteilung psychischer Belastungen wird dadurch erschwert, dass Belastungen und Beanspruchungsfolgen nicht kausal verknüpft sind sondern subjektiven Bewertungen unterliegen. Beanspruchungsfolgen durch psychische Belastungen sind abhängig von der individuellen Lebensgeschichte, der Persönlichkeit, Ressourcen und Bewältigungsstrategien, aktuellen Lebenskrisen oder der Identifikation mit der Arbeit und dem Betrieb, was die Trennung von Belastungen und Beanspruchungen sowie Beanspruchungsfolgen schwierig macht. Dies unterscheidet psychische Belastungen von anderen Belastungsfaktoren wie z. B. Lärm, Gefahrstoffen oder klimatischen Faktoren, die auch unabhängig von handelnden Personen gemessen und beurteilt werden können. Bei der Ermittlung von Gefährdungen sollen nicht nur die Belastungen, sondern auch die Beanspruchungen und Beanspruchungsfolgen erfasst und bewertet werden.“ (Broschüre BMAS „Psychische Gesundheit im Betrieb, Stand Dezember 2013“).

Derzeit geeignete Verfahren zur Analyse der psychischen Belastungen

(Quelle BMAS, Ausschuss Arbeitsmedizin „Psychische Gesundheit im Betrieb, Stand Dezember 2013)
- Dokumentenanalyse, vorhandener Daten des Betriebes
- Bewertung von Arbeitsmerkmalen durch interne Expertenteams (z. B. Fach-         und Führungskräfte,  Betriebsärzte, Fachkräfte für Arbeitssicherheit)
- physiologische Beanspruchungsindikatoren (z. B. Blutdruckmessung)
- Beobachtung durch Experten (Arbeitswissenschaftler)
- Befragung von Beschäftigten über Arbeitsmerkmale
- Befragung von Beschäftigten über Beanspruchungsfolgen

Die Umsetzung der Gefährdungsbeurteilung psychischer Belastungen

Durch die psychische Gefährdungsbeurteilung soll herausgefunden werden, was immer wieder Stress verursacht und die Menschen psychisch bei der Arbeit belastet.

Sinnvoller Ablauf, um die gesetzlichen Auflagen zu erfüllen

Beratungsumfang und Unternehmenssituation

Gerne stimmen wir mit Ihnen ab, welche Beratung am besten zu Ihrer Unternehmenssituation passt:
 

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